USLAR. Meeresrauschen, Brandung, Sonne, einsame und weite Strände -
das von der englischen Komponistin Ruth
Gipps komponierte "Seascape" für zehn Bläser weckte durch eine an
Filmmusik erinnernde Tonsprache so manche Assoziationen bei dem Publikum in der
St.-Johannis-Kirche.
Das Sinfonieorchester Concertino Göttingen
stimmte sie damit auf einen kurzweiligen Abend ein. Das Cello-Konzert C-Dur von
Joseph Haydn führte zurück in traditionellere Klänge. Obwohl bereits im 18.
Jahrhundert komponiert, ist dieses Stück erst 1961 wieder entdeckt worden und
konnte aufgrund eines Zufallsfundes rekonstruiert werden.
Seitdem wird es von Orchestern auf der ganzen
Welt gern in Konzerten gespielt. Die Cello-Solistin des Abends war Lucile
Chaubard. Sie studierte in Toulouse, Barcelona und Würzburg Violoncello und
Kammermusik und spielt in verschiedenen Orchestern im In- und Ausland. Mit viel
Gefühl und Leichtigkeit meisterte sie die zeitweise sehr virtuosen Passagen in
Haydns Konzert.
Eine besondere Komposition
erklang im Anschluss daran. Das "Scherzo concertante für Kontrabass und
Sinfonieorchester" wurde im Sommer 2003 von einem Mitglied des Orchesters
komponiert. Andreas Kleinert, im Hauptberuf Schulmusiker, schrieb es für seinen Bruder, den
Kontrabassisten Gerhard Kleinert. Die Uraufführung fand erst am Abend vorher
bei einem Konzert in Göttingen statt. Gerhard Kleinert ist seit 1995
Solokontrabassist des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Er
demonstrierte eindrucksvoll, welche
vielfältigen Klänge einem Kontrabass zu entlocken sind.
Als letztes Stück des
90-minütigen Programms stand die Sinfonie Nr. 4 in e- Moll von Franz Schubert
auf dem Programm. Hier zeigte das Orchester unter der Leitung des Dirigenten
Johannes Moesus noch einmal die Klangmöglichkeiten eines großen Orchesters auf.
Dirigent Moesus, der bereits mit vielen
namhaften Orchestern zusammengearbeitet hat, hatte die knapp 40 Musikerinnen
und Musiker beim Konzert in Uslar gut im Griff und verstand es, dem Orchester
alles abzufordern. Nach dem großartigen Finale bedankte sich das Publikum bei
allen Ausführenden mit lang anhaltendem Beifall für ein gelungenes Konzert.