Sollinger Allgemeiner (Uslar) 25. November 2004

 

Meeresrauschen in der Kirche

Konzert mit dem Sinfonieorchester Concertino Göttingen in St.-Johannis

 

USLAR.       Meeresrauschen, Brandung, Sonne, einsame und weite Strände - das von der  englischen Komponistin Ruth Gipps komponierte "Seascape" für zehn Bläser weckte durch eine an Filmmusik erinnernde Tonsprache so manche Assoziationen bei dem Publikum in der St.-Johannis-Kirche.

Das Sinfonieorchester Concertino Göttingen stimmte sie damit auf einen kurzweiligen Abend ein. Das Cello-Konzert C-Dur von Joseph Haydn führte zurück in traditionellere Klänge. Obwohl bereits im 18. Jahrhundert komponiert, ist dieses Stück erst 1961 wieder entdeckt worden und konnte aufgrund eines Zufallsfundes rekonstruiert werden.

Seitdem wird es von Orchestern auf der ganzen Welt gern in Konzerten gespielt. Die Cello-Solistin des Abends war Lucile Chaubard. Sie studierte in Toulouse, Barcelona und Würzburg Violoncello und Kammermusik und spielt in verschiedenen Orchestern im In- und Ausland. Mit viel Gefühl und Leichtigkeit meisterte sie die zeitweise sehr virtuosen Passagen in Haydns Konzert.

Eine besondere Komposition erklang im Anschluss daran. Das "Scherzo concertante für Kontrabass und Sinfonieorchester" wurde im Sommer 2003 von einem Mitglied des Orchesters komponiert. Andreas Kleinert, im Hauptberuf Schulmusiker, schrieb es für seinen Bruder, den Kontrabassisten Gerhard Kleinert. Die Uraufführung fand erst am Abend vorher bei einem Konzert in Göttingen statt. Gerhard Kleinert ist seit 1995 Solokontrabassist des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Er demonstrierte      eindrucksvoll, welche vielfältigen Klänge einem Kontrabass zu entlocken sind.

 

Als letztes Stück des 90-minütigen Programms stand die Sinfonie Nr. 4 in e- Moll von Franz Schubert auf dem Programm. Hier zeigte das Orchester unter der Leitung des Dirigenten Johannes Moesus noch einmal die Klangmöglichkeiten eines großen     Orchesters auf.

Dirigent Moesus, der bereits mit vielen namhaften Orchestern zusammengearbeitet hat, hatte die knapp 40 Musikerinnen und Musiker beim Konzert in Uslar gut im Griff und verstand es, dem Orchester alles abzufordern. Nach dem großartigen Finale bedankte sich das Publikum bei allen Ausführenden mit lang anhaltendem Beifall für ein gelungenes Konzert.