Einige hübsche Funde
Sommerkonzert in der Klosterkirche Bursfelde
Um vernachlässigte Musik, die „musica neglecta“, ging es am
Himmelfahrtstag in der Klosterkirche Bursfelde. Seit 23 Jahren
eröffnet Jörn Tegtmeyer, Kantor an St. Blasius in Hann. Münden, am
Himmelfahrtstag mit seiner Kantorei die Bursfelder Sommerkonzerte.
Dieses Konzert war Tegtmeyers letzter Bursfelder Auftritt, bevor er
im Sommer in Ruhestand tritt. Lauter kurze, kleine Stücke von im
18. Jahrhundert geborenen Musikern hatte Tegtmeyer zusammengestellt:
von Bachs Patensohn Johann Ernst über den Dresdner Johann G.
Naumann, Franz X. Schnizzer aus Ottobeuren und den Wiener Johann
Georg Albrechtsberger bis zu dem in Paris wirkenden Böhmen Antonín
Rejcha und dem Kasseler Hofkapellmeister Louis Spohr. Einige
dieser Werke erwiesen sich als hübsche Funde: etwa das mit einem
virtuosen Violinsolo geschmückte Offertorium von Spohr, die geradezu
ulkige zwölfte Fuge von Rejcha in Holzbläser-Fassung oder
Albrechtsbergers Maultrommel-Konzert in einer Fassung für Klarinette
und Orgel. Von den zahlreichen Solisten des kurzweiligen
Nachmittags sei die sehr sauber und klar singende Sopranistin Anna
Palupski hervorgehoben, dazu Arwed Henking mit seinem virtuosen
Orgelspiel, Amtsvorgänger Tegtmeyers in Hann. Münden. Herzlicher
Beifall für die engagierten Choristen und das nicht minder
spielfreudige Orchester Concertino Göttingen mit seiner auch
solistisch hervorragenden Konzertmeisterin Susanne
Jablonski. Michael
Schäfer |