Datum: 22.05.2004

Einige hübsche Funde

Sommerkonzert in der Klosterkirche Bursfelde

Um vernachlässigte Musik, die „musica neglecta“, ging es am Himmelfahrtstag in der Klosterkirche Bursfelde. Seit 23 Jahren eröffnet Jörn Tegtmeyer, Kantor an St. Blasius in Hann. Münden, am Himmelfahrtstag mit seiner Kantorei die Bursfelder Sommerkonzerte. Dieses Konzert war Tegtmeyers letzter Bursfelder Auftritt, bevor er im Sommer in Ruhestand tritt.
Lauter kurze, kleine Stücke von im 18. Jahrhundert geborenen Musikern hatte Tegtmeyer zusammengestellt: von Bachs Patensohn Johann Ernst über den Dresdner Johann G. Naumann, Franz X. Schnizzer aus Ottobeuren und den Wiener Johann Georg Albrechtsberger bis zu dem in Paris wirkenden Böhmen Antonín Rejcha und dem Kasseler Hofkapellmeister Louis Spohr.
Einige dieser Werke erwiesen sich als hübsche Funde: etwa das mit einem virtuosen Violinsolo geschmückte Offertorium von Spohr, die geradezu ulkige zwölfte Fuge von Rejcha in Holzbläser-Fassung oder Albrechtsbergers Maultrommel-Konzert in einer Fassung für Klarinette und Orgel.
Von den zahlreichen Solisten des kurzweiligen Nachmittags sei die sehr sauber und klar singende Sopranistin Anna Palupski hervorgehoben, dazu Arwed Henking mit seinem virtuosen Orgelspiel, Amtsvorgänger Tegtmeyers in Hann. Münden. Herzlicher Beifall für die engagierten Choristen und das nicht minder spielfreudige Orchester Concertino Göttingen mit seiner auch solistisch hervorragenden Konzertmeisterin Susanne Jablonski.
Michael Schäfer