Einfach, nicht simpel
Orchester Concertino Göttingen im RathausMit
einer veritablen Uraufführung wartete das Orchester „Concertino
Göttingen“ am Sonnabend im Alten Rathaus auf. Andreas Kleinert,
Musiklehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium, hat für seinen Bruder Gerhard –
seit 1995 Solokontrabassist am Philharmonischen Staatsorchester Hamburg
– ein hübsches „Scherzo concertante“ in Form von Variationen
geschrieben, das der Widmungsträger aus der Taufe hob. Darin
erweist
sich Andreas Kleinert als gewandter, rhythmisch pfiffiger und
einfallsreicher Komponist, dessen musikalische Sprache einfach, aber
nicht simpel ist, der Witz („Fuchs, du hast die Gans gestohlen“-Zitat)
und Geist besitzt. Bruder Gerhard spielte seinen Part souverän und
erntete ebenso wie der Komponist herzlichen Beifall.
Ein
weiterer Programmpunkt war Haydns Cellokonzert C-Dur, in dem die
Solistin Lucile Chaubard mit vollem, rundem Ton und sprühendem
Temperament vollauf überzeugen konnte. Eingeleitet hatten die Bläser
des Orchesters den Abend mit der farbigen „Seascape“ von Ruth Gibbs.
Den Schluss bildete Schuberts Vierte, in dem das Orchester unter der
animierenden Leitung von Johannes Moesus seine besten Momente hatte. Michael Schäfer |