Ausgabe: GT  Datum: 30.06.2005

Barocke Energien

Concertino del Barocco

Seit dem Jahr 2000 widmet sich das Ensemble „Concertino del Barocco“ auf historischen Instrumenten der Musik des Barock und der Frühklassik. Am Sonnabend konzertierten die Musiker unter der Leitung und Mitwirkung der Violinistin Gudrun Höbold (Violine) in St. Marien. Das Programm musste grundlegend geändert werden, da der Cellosolist Dietmar Berger erkrankt war.
In der Orchestersuite von Johann Bernhard Bach stellte das Concertino seinen energiereichen, sorgfältig phrasierten Klang vor. Gudrun Höbold führte das Zusammenspiel mit ihrem kraftvollen und technisch virtuosen Violinspiel klanglich wie interpretatorisch an. Höboldl und Almut Seidel (Violine) trugen im Anschluss Vivaldis Sonate F-Dur für zwei Violinen vor, deren höchste technische Anforderungen die Solistinnen bravourös bewältigten.
Lebendiges Zusammenspiel
In Johann Stamitz’ Orchester-Trio A-Dur wechselten solistische Passagen der Viola (Carsten Armbrecht), Violine (Almut Seidel) und des Violoncellos (Jürgen Könnecke) mit Tutti-Passagen, wobei sich in der Sologruppe das lebendige und sichere Zusammenspiel manifestierte. Arwed Henking bewies mit dem souveränen Vortrag von J. S. Bachs e-Moll-Toccata die Transparenz und Leichtigkeit seines Cembaloklangs.
Der Abend schloss mit Telemanns Konzert D-Dur:

Hier zeigte das Concertino mit Gudrun Höbold an der Solovioline ein weiteres Mal die Bandbreite des barocken Musizierens – sowohl in ruhigen, lebendig phrasierten Passagen als auch in der virtuos-temperamentvollen Bewältigung der technisch atemberaubenden Schwierigkeiten.


Berenike Schröder