Frisch, eingängig, überschaubar
„Concertino del Barocco“ spielt Vivaldi in St. MarienGanz
der Musik Antonio Vivaldis gewidmet war das Konzert des Ensembles
„Concertino del Barocco“ am Sonntag in der Göttinger Marienkirche. Vier
Solisten boten dabei virtuose Leistungen.
Von Michael Schäfer Eine
Sinfonia, zwei Sonaten und vier Konzerte von Antonio Vivaldi standen am
Sonntag in der Göttinger Marienkirche auf dem Programm des Abends mit
dem Ensemble „Concertino del Barocco“. In diesem Kammerorchester haben
sich Musiker aus Göttingen, Uslar, Schlewsig, Kalefeld und Kassel
zusammengefunden, die die historische Aufführungspraxis pflegen. Sie
konzertieren, wie im Barock üblich, unter der Leitung der führenden
Violine, der Konzertmeisterin Gudrun Höbold, die auch als versierte
Solistin mitwirkte. Die Frische des Einfalls und die Eingängigkeit
der Melodien und die Überschaubarkeit des formalen Aufbaus machen den
besonderen Reiz dieser Musik aus, die auch fast vierhundert Jahre nach
ihrer Entstehung ihre Popularität nicht eingebüßt hat. Sehr schwungvoll
– vor allem im wild bewegten Concerto „La tempesta di mare“ –
gestaltete das Orchester unter der temperamentvollen, präzisen Führung
von Gudrun Höbold seinen Part und stand auch den übrigen den Solisten
einfühlsam zur Seite. Kultiviert Sowohl in der sehr
virtuos und ausdrucksvoll gestalteten Sonate als auch im
a-Moll-Concerto erwies sich Stefan Möhle als stilsicherer Flötist.
Andreas Düker an der Laute ist ein ausgewiesener Barockspezialist, der
seine Qualitäten als Solist wie als Continuospieler eindrucksvoll
präsentierte. Der Kölner Barockcellist Dietmar Berger fügte sich
bruchlos in das Ensemble ein: ein unterhaltsamer, kultivierter Abend. |