Ausgabe: GT  Datum: 18.10.2007

Frisch, eingängig, überschaubar

„Concertino del Barocco“ spielt Vivaldi in St. Marien

Ganz der Musik Antonio Vivaldis gewidmet war das Konzert des Ensembles „Concertino del Barocco“ am Sonntag in der Göttinger Marienkirche. Vier Solisten boten dabei virtuose Leistungen.

Von Michael Schäfer
Eine Sinfonia, zwei Sonaten und vier Konzerte von Antonio Vivaldi standen am Sonntag in der Göttinger Marienkirche auf dem Programm des Abends mit dem Ensemble „Concertino del Barocco“. In diesem Kammerorchester haben sich Musiker aus Göttingen, Uslar, Schlewsig, Kalefeld und Kassel zusammengefunden, die die historische Aufführungspraxis pflegen. Sie konzertieren, wie im Barock üblich, unter der Leitung der führenden Violine, der Konzertmeisterin Gudrun Höbold, die auch als versierte Solistin mitwirkte.
Die Frische des Einfalls und die Eingängigkeit der Melodien und die Überschaubarkeit des formalen Aufbaus machen den besonderen Reiz dieser Musik aus, die auch fast vierhundert Jahre nach ihrer Entstehung ihre Popularität nicht eingebüßt hat. Sehr schwungvoll – vor allem im wild bewegten Concerto „La tempesta di mare“ – gestaltete das Orchester unter der temperamentvollen, präzisen Führung von Gudrun Höbold seinen Part und stand auch den übrigen den Solisten einfühlsam zur Seite.
Kultiviert
Sowohl in der sehr virtuos und ausdrucksvoll gestalteten Sonate als auch im a-Moll-Concerto erwies sich Stefan Möhle als stilsicherer Flötist. Andreas Düker an der Laute ist ein ausgewiesener Barockspezialist, der seine Qualitäten als Solist wie als Continuospieler eindrucksvoll präsentierte. Der Kölner Barockcellist Dietmar Berger fügte sich bruchlos in das Ensemble ein: ein unterhaltsamer, kultivierter Abend.