Auf die leisen Töne gesetzt
Martin Baumann führte in der Oberkaufunger Stiftskirche das
"Deutsche Requiem" von Brahms auf
Von Werner Fritsch
Kaufungen.
Das Brahms-Requiem aufzuführen, ist ein besonderer Höhepunkt
für Chorsänger, aber auch eine Herausforderung für einen
Kirchenmusiker und die Gesangssolisten. Selbst für gestandene
Orchesterprofis ist das gewaltige Werk mehr als Routine. Dieses Moment
des Außergewöhnlichen war jederzeit spürbar in der
Aufführung am Ewigkeitsssonntag in der gut gefüllten
Oberkaufunger Stiftskirche.
Bezirkskantor Martin Baumann hatte seine Kaufunger Kantorei mit dem
evangelischen Kirchenbezirkschor Baunatal vereint (Einstudierung: Lilo
Don und Angelika Großwiele) und damit ein - bestens vorbereitetes
- Vokalensemble von einiger Durchschlagskraft zur Verfügung. Den
Orchesterpart übernahm das Concertino Göttingen.
Nun ist das Deutsche Requiem ein Werk, das nur in wenigen Momenten
auftrumpft, da allerdings heftig. Die meisten der sieben Abschnitte,
darunter die Seligpreisungen zu Beginn und am Ende, sind eher getragen
und von Zurücknahme und Verinnerlichung geprägt.
.........
"Der Tod ist verschlungen in den Sieg!" - dieser chorische Aufschrei
hatte Wucht und Größe.
Die Gesangssolisten nahmen sich Freiheiten - und der Aufführung
tat dies gut. Markus Krause war ein intensiv deklamierender,
kraftvoller Bariton, und Traudl Schmaderer sang die anrührende
Sopranpartie mit Klarheit und beeindruckenden Reserven in der
Höhe.
27.11.2006