Quelle: www.hna.de vom 18.12.2007
Rubrik: Kultur

Geschlossene, runde Leistung

Ein Schritt in Richtung große Musik: Auch der Kinder- und Jugendchor aus Kau-fungen war bei der Aufführung des Weihnachtsoratoriums beteiligt. Foto: Malmus

Von Johannes Mundry

KAUFUNGEN. Drei Stunden Musik, das Werk schlechthin zur evangelischen (und auch zur katholischen) Weihnacht. Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach bleibt das Nonplusultra in Sachen Weihnachtsmusik. Favorit vieler Laienchöre ist es schon lange, und es wird immer wieder vom Chorleiter eingefordert.

Kantor Martin Baumann hat seit mehr als einem Jahr alle sechs Kantaten einstudiert und seine Kaufunger Kantorei beim Konzert am Sonntagabend zu ihrem Maximum an Leistung geführt. Aus dem Werk heraus hat Baumann das große Werk interpretiert, die Texte, besonders die der Choräle, ernst genommen und viel mehr auf Geschlossenheit gesetzt als auf isolierte Effekte.

Umsichtig

Mit seinem sehr umsichtigen Dirigat hatte er die Fäden unangefochten in der Hand. Eine geschlossene, runde Chorleistung war das Ergebnis ...

Zur umfassenden Chorarbeit am Ort gehört es auch, dass der Jugendchor mit den Chorälen der ersten drei Kantaten in die Aufführung eingebunden wurde und einen weiteren Schritt in Richtung "große Musik" machen durfte.

Als Orchester hatte Baumann das Concertino del Barocco Göttingen mit seinen originalgetreuen Instrumenten verpflichtet.
Wieder war das kleine Orchester trefflich vorbereitet und fügte sich bestens ein. Hervorragende Solisten unter den Streichern und Holzbläsern setzten hörenswerte Wegmarken.

Die vier Vokalsolisten steuerten sehr unterschiedliche Farben bei. Da war Mechthild Seitz mit ihrer Altstimme, nicht laut, aber von einer sehr geistlichen Innigkeit, die anrührte. Da war als Gegenpol der Dresdner Bassist Egbert Junghanns, der hell und lebhaft-rustikal sang, da war Doris Neidig, die raumfüllend agierte und bei großer Deutlichkeit ihre Opernprofession nicht immer zurückstellen konnte. Die größten Aufgaben hatte schließlich der Tenor Jörg Erler, der den Evangelisten mit fein-lyrischem Schmelz gab ...

Großer Applaus von den vollen Bänken der ehrwürdigen Stiftskirche.




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